Japan Zentrum
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Über uns

Als regionalbezogenes Studienfach verstanden umfasst die Japanologie heute im weitesten Sinne die wissenschaftliche Sammlung, Sichtung und Untersuchung von Material, das sich auf die Region Japan bezieht. Damit ist die Japanologie ein Fach, in welchem Fragestellungen aus einer Vielzahl von Perspektiven untersucht werden, die von solchen der Sprach- und Literaturwissenschaften, der Geschichte und Religionswissenschaft bis hin zu solchen der Soziologie, der Politologie oder der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften reichen. Die Teilgebiete der Japanologie tendieren aufgrund der zunehmenden Spezialisierung und Vertiefung des Fachwissens zur Verselbständigung, so dass eine alle Gebiete umfassende Kenntnis der Japanologie heute nicht mehr möglich ist.

Die Kenntnis der japanischen Sprache in Geschichte und Gegenwart bildet die unverzichtbare Grundlage und Voraussetzung für wissenschaftliches Arbeiten in der Japanologie. Diese Kenntnisse beziehen sich dabei sowohl auf die japanische Umgangssprache der Gegenwart, als auch auf ältere Formen der Schriftsprache bis hin zu ihren besonderen Ausformungen, wie z. B. kanbun (ein der japanischen Satzstruktur angepasstes "Hybridchinesisch"). Diese älteren Formen der Schriftsprache dominieren auch in modernen japanischen Quellen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

In München konzentriert sich das Fach Japanologie auf folgende Teilgebiete:

  • Geschichte Japans von den Anfängen bis zur Gegenwart, insbesondere Kulturgeschichte, Historiographiegeschichte, Rechtsgeschichte, Geschichte sozialer Randgruppen, Selbstrepräsentationen der japanischen Kultur, Ideen- und Ideologiegeschichte
  • Entwicklung der Literatur Japans von den Anfängen bis zur Gegenwart mit dem Schwerpunkt auf der modernen und zeitgenössischen Literatur; Literaturwissenschaft als Teilbereich der Kulturwissenschaft
  • Religions- und Geistesgeschichte Ostasiens bis zur Gegenwart, insbesondere aber vormoderner Buddhismus
  • Wirtschaft und Wirtschaftspolitik des modernen und zeitgenössischen Japan
  • Gesellschaft, Politik und Staat
  • Kultur und Alltagskultur des modernen und zeitgenössischen Japan
  • Geschichte von Stadt und Architektur in Japan

Im Studium des Faches Japanologie geht es nicht nur darum, die außerordentlich große Vielfalt und Produktivität der japanischen Kultur in den genannten Teilbereichen analysierend zu erschließen und ihre Ergebnisse in der Lehre zu vermitteln, sondern diese wiederum dem Kulturvergleich nutzbar zu machen: So dient japanologische Forschung u. a. immer auch dazu, a) die japanische Kultur nicht als "einzigartig" zu mystifizieren, sondern z. B. in einen ostasiatischen oder globalen, also grundsätzlich interkulturellen Kontext zu stellen, b) das im Zuge der weltweiten Zunahme der Bedeutung Japans als Wirtschafts- und Finanzmacht häufig verzerrte oder klischeehafte Japan-Bild zu korrigieren oder zu differenzieren und c) durch Erkenntnisse etwa aus geschichtlichem Prozess, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Entwicklung, religiösem Bewusstsein oder künstlerischem Schaffen Japans auch den meist nur auf Europa und den Westen fixierten Blick in den Geschichts-, Gesellschafts-, Religions- und Literaturwissenschaften zu weiten.