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Dissertationsprojekt Lund (Exposee)

Skilfull icons - Wissen, Körper und das "Realisieren der Leere" im Angesicht des Buddha.
Funktion und Wirkung des Kultbildes im Kontext der soteriologischen Verfahren des Buddhismus, betrachtet aus Sicht der neueren Bildtheorie (Arbeitstitel)

(Betreuung: Prof. Dr. Martin Lehnert)

Es geht in der geplanten Dissertation um die Prozesse von Performanz und Wechselwirkung, die sich zwischen dem gläubigen Betrachter und dem buddhistischen Kultbild abspielen können. Genauer: Die Arbeit soll Funktion und Wirkung des Kultbildes in der Bildrelation deuten, die auf das Vermitteln und Verankern von "perfektem Wissen" zwischen dem "Bildkörper" des Buddha und dem Körper des Betrachters zielen - ein Prozess, der über Erkenntnis in die sog. "Erleuchtungserfahrung" als "Realisieren der Leere" münden soll.

Theoretisch und methodologisch sollen dabei vor allem phänomenologische und bild- und medientheoretische Ansätze auf die Fragen nach dieser potentiellen Funktion und Wirkung des buddhistischen Kultbildes angewandt werden, eine Vorgehensweise, die bisher noch nicht ausreichend genutzt worden ist.

Dem interdisziplinären Ansatz dienen dabei - als "Weg der Mitte" zwischen Bilddiskurs und Buddhismus - zentrale buddhistische Konzepte, wie die "wechselseitige Entstehung in Abhängigkeit", die Aspekte der "Zwei Wahrheiten", aber auch ein in der Literatur weniger beachtetes Konzept, das die Verfahren der Lehre und Praxis des historischen Buddha in seiner (Bild-)Rhetorik besonders auszeichnet: das "geschickte Mittel", skr. upāya, jap. hōben, das im Lotos-Sutra in den Mittelpunkt gerückt wird. Es nutzt - wie das Bild - Fiktion zur Einsicht.

Innerhalb des Wirkungsganzen aller Mittel kann der Buddha in seinem Bild als hocheffizienter "Körper des Denkens" betrachtet werden, der an Orten der Täuschung erscheint und dort durch seine Präsenz Absenz vermitteln kann.