Japan Zentrum
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Dissertationsprojekt Isleif (Exposee)

Satan oder Erlenkönig

(Betreuung: Prof. Dr. Klaus Vollmer, Prof. Dr. Peter Pörtner)

Lieder, Kunstlieder im besonderen, spiegeln den Hintergrund und die kulturelle Umgebung einer Region oder eines Volkes.  Sie sagen etwas aus, 'bedeuten' etwas, inhaltlich und ästhetisch, es sind ja vertonte Gedichte.  Werden sie aus ihrer Heimat 'exportiert', etwa von Deutschland nach Japan, macht die neue, japanische Kultur die Texte der Importlieder 'passend'.  Das tut sie auf vielfältige Weise.  Deutsche Musikstücke werden in Japan in einer großen Bandbreite verschiedener Textformen aufgeführt, die von unveränderter deutscher Originalversion reichen zu solchen, die bis zur Unkenntlichkeit umgeschrieben wurden:  Freude schöner Götterfunken wird nur auf deutsch gesungen, aber das, was in Deutschland ein Erlkönig war, wird an Japans Schulen beispielsweise ein Satan

Hinter der Rezeption in der einen oder anderen Form und hinter der Beeinflussung der Texte stecken die sprachlich / kulturellen Regeln des neuen Hintergrundes und der neuen Umgebung.  Lieder sind also die Symptome für allgemein herrschende Bedingungen in einer Gesellschaft - so die Annahme.  Die Situation deutscher Gesangsstücke in Japan darzustellen, sie zu analysieren und dabei die Einfluss nehmenden Faktoren zu identifizieren hat sich diese Arbeit zur Aufgabe gemacht.