Japan Zentrum
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Geschichte

Neben dem Seminar für Orientalische Sprachen in Berlin und dem Seminar für Sprache und Kultur Japans der Universität Hamburg gehört die Japanologie an der Universität München zu den ältesten Einrichtungen der universitären Japanforschung im deutschsprachigen Raum. Zwar wurde das "Seminar für Japanologie" an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) erst 1956 offiziell gegründet und Horst Hammitzsch (1909-1991) zum Professor und Vorstand des Seminars ernannt, doch wirkte Hammitzsch an der Universität München bereits seit 1949 im institutionellen Rahmen der Sinologie als Lehrbeauftragter, ab 1951 dann als apl. Professor für Japanologie. Nachdem Hammitzsch 1965 einen Ruf an die neugegründete Ruhr-Universität Bochum angenommen hatte, blieb der Lehrstuhl bis 1969 vakant.

Gleichwohl promovierten bzw. habilitierten in München von den späten 1950er bis zur Mitte der 1960er Jahre eine ganze Reihe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die das Fach in Deutschland maßgeblich und zum Teil bis ins ausgehende 20. Jahrhundert bestimmen sollten, so etwa (in alphabetischer Reihenfolge): Oscar Benl, Lydia Brüll, Hans Adalbert Dettmer, Geza Dombrady, Ulrich Goch, Bruno Lewin, Klaus Müller und Peter Weber-Schäfer.

Auch der Nachfolger Hammitzsch’ gehörte zu dieser Japanologen-Generation: Wolfram Naumann, der 1960 in München promovierte und 1964 ebenfalls in München habilitiert wurde, hatte den Lehrstuhl von 1969 bis 1996 inne und setzte einen markanten Schwerpunkt seiner Arbeit in der Erforschung der vormodernen japanischen Literatur. In den 1970er und 1980er Jahren wirkten die späteren Lehrstuhlinhaber Wolfgang Schamoni und Klaus Antoni als Assistenten in der Münchener Japanologie, die seit den 1980er Jahren vom bundesweiten Ausbau des Faches an den Universitäten profitierte.

Inge-Lore Kluge (1919-1995), die schon unter Hammitzsch als Assistentin gearbeitet hatte, vertrat in München zunächst (seit 1971) als Akademische Rätin, von 1980 bis zu ihrer Pensionierung 1985 als Professorin das Lehr- und Forschungsgebiet der japanischen Geschichte. Dieser Bereich wurde seit 1985 von Carl Steenstrup (1934-2014; pensioniert 2000) weitergeführt, der neben politischer Geschichte insbesondere auch auf Rechts- und Institutionengeschichte Japans spezialisiert war.

Wenig später kam dann eine weitere Professur für Religion und Philosophie im modernen Japan hinzu, die 1987 von Johannes Laube (1937-2012; pensioniert 2002) übernommen wurde. Damit war Ende der 1980er Jahre bereits ein breites, vorrangig geistes- und kulturwissenschaftliches Spektrum der Japanologie in Forschung und Lehre erreicht, das durch die Schwerpunkte der Assistentinnen (Stanca Scholz (1990-96): Nô- und Kyôgen-Theater; Verena Blechinger (1993-97): Politik; Jutta Haußer (1993-95, 1997-2006): vormoderne Literatur) sowie ein vielfältiges Angebot an Lehraufträgen differenziert bzw. ergänzt wurde.

Aufgrund der unübersehbar gewachsenen, weltweiten Bedeutung Japans entschlossen sich das damalige Rektorat und die universitären Leitungsgremien, den Bereich der gegenwartsbezogenen, sozial- und wirtschaftswissenschaftlich ausgerichteten Japanforschung an der Universität München gezielt zu stärken: Eine 1992 mit Peter Pörtner (pensioniert 2018) besetzte Professur konzentrierte sich in Lehre und Forschung vor allem auf Fragen der japanischen Gegenwartsgesellschaft und -kultur, sein Mitarbeiter Holger Wöhlbier baute seither den Schwerpunkt „Staat und Gesellschaft“ auf. 1997 kam eine Professur für Wirtschaft Japans hinzu, die bis 2014 mit Franz Waldenberger (seit 2014 Direktor des Deutschen Instituts für Japanstudien (DIJ), Tokyo) besetzt war.

Seit der organisatorischen Neuordnung der LMU im Jahr 2002 und der Auflösung des Instituts für Ostasienkunde bündelt das Japan-Zentrum als eine Abteilung im Department für Asienstudien die gesamte japanologische Forschung an der LMU.