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Der geisteskranke Soldat im Blick von Militär und Psychiatrie - Kriegspsychose im Russisch-Japanischen Krieg (1904/5)

Dr. des. Helena Jaskov (Universität Zürich)

Gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Globalgeschichte und dem Lehrstuhl für Russland/Asienstudien

Abstract

Die Frage nach dem Zusammenhang zwischen Krieg und Geisteskrankheit hat die Psychiater und Militärärzte, die an den großen kriegerischen Auseinandersetzungen des 19. und 20. Jahrhunderts teilgenommen haben, immer wieder beschäftigt. Der Russisch-Japanische Krieg bildete in dieser Hinsicht keine Ausnahme, und die meisten Autoren, die in diesem Krieg über ihre Erfahrungen mit Geisteskrankheiten beim Militär Zeugnis abgelegt haben, haben sich ebenfalls mit der Frage nach den Ursachen dieser psychischen Phänomene auseinandergesetzt.

Neben den Psychiatern, die sich der Problemstellung oft aus einem fachinternen Interesse heraus näherten, war die Frage nach der Ursächlichkeit von Geisteskrankheiten bei Kriegsbeteiligten auch für die Militärbehörden ein wichtiges Thema, da diese Debatte an etwaige Ansprüche auf Invalidenrente geknüpft war. Die Argumentationsstrategien und Erklärungsmodelle, die von den unterschiedlichen Parteien herangezogen wurden, sind innerhalb dieses Spannungsfeldes von Militär und Psychiatrie entstanden und zogen für die Patienten sehr unterschiedliche Konsequenzen nach sich.

Insbesondere auf japanischer Seite war auch die Rezeption und der Verweis auf die Literatur russischer Fachkollegen charakteristisch für die Debatte, die sich in zeitgenössischen Medizinzeitschriften, Konferenzdebatten und offiziellen Berichten des Kriegsministeriums nachvollziehen lässt.

Zeit und Ort

6.6.2019, 18.00-20.00 Uhr
Historicum, Schellingstr. 12, Raum K 202