Japan Zentrum
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Japanische Moralkundebücher - Eine kritische Diskursanalyse

Dr. des. Felix Spremberg (Universität Tübingen)

Abstract

Im diskursiven Kampf um Identität und Geschichte der Japaner stellt die Schulerziehung ein wichtiges ‚Schlachtfeld‘ dar. Hier hat das rechte Lager in Japans Politik und Gesellschaft seit der Wende zum neuen Jahrhundert wichtige Siege errungen. Die Einführung der Moralkunde (dôtoku kyôka) als benotetes Pflichtfach 2018/19 in Grund- und Mittelschulen stellt den bisherigen Höhepunkt dieser Entwicklung dar. Um den Einfluss der ideologisch unzuverlässigen Lehrer weitgehend auszuschalten, wurde dabei eine „Verwendungspflicht“ (shiyô gimu) für die vom Bildungsministerium in Auftrag gegebenen und lizenzierten Moralkundebücher installiert.

Aus diskursanalytischer Sicht lässt sich die Ausarbeitung dieser Lehrbücher als „Macht-Wissens-Formation“ (Dispositiv) verstehen, durch welches das Ministerium, das Kabinett Abe, die Regierungspartei LDP u.a. eine Machtposition erreichen und dabei mehrere Spezialdiskurse („Japanerdiskurse“ [nihonjinron], Ästhetik, Geschichte, Sport etc.) vereinen.

Im Vortrag werde ich nach einer Einführung in Thematik und Methoden erste Ergebnisse bezüglich der im Buch verwendeten diskursiven Strategien vorstellen.

Zeit und Ort

25.4.2019, 18.30-20.00 Uhr
Oettingenstr. 67, Raum 161