Japan Zentrum
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Sektion Ältere Geschichte

Sektionsleitung: Michael Kinski (Frankfurt)

Block 1: Mensch und Tier in Japan. Konzepte und Repräsentationsformen des Beziehungsgeflechts von der Frühzeit bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts

Block 1 richtete den Blick von verschiedenen methodischen und thematischen Ansätzen her auf eine bestimmte Frage. Seit den 1980er Jahren, verstärkt jedoch seit der Jahrtausendwende, ist das Verhältnis von Mensch und Tier in das Blickfeld geschichtlicher und kulturwissenschaftlicher Studien gerückt. Im Zentrum steht die Beobachtung, dass Ordnungsvorstellungen und als selbstverständlich erachtete Wahrnehmungsweisen des Tieres nicht naturgegeben, sondern einem historischen Wandel unterworfen sind. Vor diesem Hintergrund werden unterschiedliche religiöse, philosophische und alltagsgeschichtliche Kontexte, in denen Tiere "zum Medium der Erkenntnis und Vergegenwärtigung, der Strukturierung und Ordnung sowie der Deutung und Bewältigung von Welt" (Obermaier 2009) werden, beleuchtet. Unter dem Titel Animal Studies ist diese Perspektive gar als neues, interdisziplinäres Forschungsfeld zusammengefasst worden. Die Vorträge hatten das ziel, die Mensch-Tier-Beziehung erstmals auch in der westlichen Japanologie einer systematischen Analyse zu unterziehen.

Session 1

  • Britta Stein: Die Bedeutung des Pferdes in der Kofun-Zeit. Das Pferd als Medium zwischen Diesseits und Jenseits
  • Hans Martin Krämer: Zur Sozialgeschichte der Mensch-Tier-Beziehungen
  • Jörg Quenzer: Numinose Tiere im japanischen Mittelalter

Session 2

  • Inga Neuhaus: Katzenliebe in der späten Edo-Zeit. Oborozuki neko no sōshi (1842-48) von Santō Kyōzan und Utagawa Kuniyoshi
  • Klaus Vollmer: Zur Vorgeschichte des Schlachthofs. Zum Umgang mit toten Tieren in der frühen Moderne Japans
  • Freddy Litten: Die Historiographie der Tötung von Tieren im Ueno Zoo von 1943 bis 1945

Block 2: Berichte aus laufenden Projekten zur japanischen Geschichte bis 1868

Block 2 besaß keinen thematischen Schwerpunkt und diente dazu, über neuere, bereits abgeschlossene oder aber noch laufende Projekte zu berichten. Es wird zusehends schwieriger, einen Überblick zu bewahren, wer in der deutschsprachigen Japanologie zu Themen arbeitet, die in der japanischen Geschichte vor 1868 angesiedelt sind. Trotz verschiedener Arbeitskreistreffen drängt sich der Eindruck auf, als sei die historische Forschung zu vormodernen Epochen ins Abseits geraten. Dieser Trend dürfte sich in Zukunft durch den schwindenden Anteil der Auseinandersetzung mit vormodernen Sprach- und Schriftformen während des Studiums noch verstärken. Block 2 war daher Ansatz für eine Bestandsaufnahme des Forschungsfeldes "Ältere Geschichte", führte die in ihm engagierten Personen zusammen und sprach in einer Abschlussdiskussion Probleme wie die der Sprachausbildung und des Gewinns von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern an.

Session 3

  • Stefan Jeka: Das Volk von Hunger und Not befreien. Der Einfluss des "Kompendiums der Landwirtschaft" (1697) auf Genese und Struktur japanischer Agrarschriften der frühen Neuzeit
  • Christoph Mittmann: Yamagata Bantō (1748-1821) und sein Werk Yume no shiro (Anstelle von Träumen)

Session 4

  • Benedikt Vogel: Die Praxis des Schönen. Ästhetisches Erleben und Atmosphäre in edozeitlichen Unterhaltungskünsten (yūgei 遊芸)
  • Daniel Schley: Das mittelalterliche Geschichtsbewusstsein im Medium der Geschichtserzählungen des 11. Jahrhunderts
  • Niels Gülberg: Tempelgeschichte als Institutionengeschichte