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Azuma Hiroki (geb. 1971) und die Animalisierung der Politik

Dr. Fabian Schäfer (Universität Zürich)

27.06.2013

Azuma Hiroki (*1971) ist ohne Zweifel einer der derzeit wohl medial präsentesten Intellektuellen Japans, der nach der Dreifachkatastrophe vom März 2011 auch durch eine Reihe kontroverser Äußerungen immer wieder von sich reden gemacht hat. Sein philosophisches Debüt hatte Azuma 1998 mit einem prämierten Werk über den französischen Philosophen Jacques Derrida. Gegen Ende der 1990er Jahre verlagert sich der Fokus seiner literaturkritischen Tätigkeit jedoch immer stärker auf das Feld der japanischen Populärkultur, insbesondere der sogenannten otaku-Kultur. Im Jahr 2011 erscheint schließlich wieder ein genuin philosophisches Buch von Azuma, das den Titel Gemeinwille 2.0. Rousseau, Freud, Google trägt und einen, auf das Denken des französischen politischen Philosophen Jean-Jacques Rousseau gestützten, politiktheoretischen Entwurf für eine neue Form der Politik des 21. Jahrhunderts präsentiert. Nach einem kurzen Überblick über diese drei inhaltlich scheinbar völlig unabhängigen Schaffensphasen seines Denkens werde ich in meinem Vortrag zunächst den Versuch unternehmen, einen das gesamte Werk Azumas durchziehenden roten Faden zu skizzieren. Der Schwerpunkt meiner Ausführungen soll dabei vor allem auf seinem jüngsten Werk liegen, da dies zum einen die wichtigen Aspekte seines früheren Denkens, insbesondere seine Animalismus-These, in sich vereint und zum anderen als theoretische Grundlage für seinen aktuellen philosophischen, politischen und zeitkritischen Diskurs betrachtet werden kann.