Japan Zentrum
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Imaginäres und Fiktionalität in der Literatur des japanischen Mittelalters

Die Ursprungserzählungen des Shintōshū

27.11.2014

Projektvorstellung von Sebastian Balmes, M.A. (Japan-Zentrum, LMU)

Im Vortrag sollen Ansätze eines Dissertationsvorhabens, das sich mit der Fiktionalität literarischer Texte des japanischen Mittelalters befasst, vorgestellt werden. Als Ausgangspunkt der meisten literaturwissenschaftlichen Fiktionalitätstheorien dient Wolfgang Isers Das Fiktive und das Imaginäre. Iser sieht das Fiktive nicht in Opposition zum Realen, sondern spricht dem Fiktiven eine vermittelnde Rolle zwischen dem Realen und dem Imaginären zu. Bevor Aussagen über Fiktionalität im Kontext der japanischen Literatur getroffen werden können, gilt es daher zunächst, diese Grundkategorien zu überdenken. Unter Berücksichtigung der japanischen Geistesgeschichte, insbesondere des Buddhismus, soll vor dem Hintergrund von Entwicklungen der japanischen Lyrik über das Imaginäre reflektiert werden. Anschließend werden grundlegende Probleme des weiteren Vorgehens angesprochen, insbesondere das der Anwendbarkeit moderner Theorien auf vormoderne Kulturen sowie die scheinbare Unvereinbarkeit von Religion und literarischer Fiktion. Dabei soll auch begründet werden, weshalb sich die Legendensammlung Shintōshū ("Sammlung göttlichen Wirkens", 1354-58) als Ausgangspunkt für die geplante Untersuchung von Fiktionalität in der japanischen Literaturgeschichte besonders gut eignet.

Zeit: Donnerstag, 27.11.2014, 18:30–20:00 Uhr
Ort: Oettingenstr. 67, Raum 169
Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!