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Performanz und Ritual: Kettendichtung revisited

Vortrag von Prof. Dr. Jörg Quenzer (Universität Hamburg)

16.10.2014

Das Genre der Kettendichtung (renga resp. renku) hat in der Nachkriegszeit auch außerhalb Japans größere Beachtung erfahren, u.a. mit der Adaption durch Dichter wie Octavio Paz. Das wissenschaftliche Interesse galt zuerst der Idee eines Gemeinschaftskunstwerks, seine Entstehung aus der Verschränkung von Kreativität und Regelwerk. Später rückte der eigentümliche poetologische Diskurs in den Mittelpunkt, der Anleihen am Buddhismus nahm, weiterhin die soziokulturelle Verortung der literarischen Praxis, insbesondere die Institution der Schutzherren resp. Mäzene. Angeregt von rezenten kulturwissenschaftlichen Fragestellungen soll in diesem Beitrag das Augenmerk stärker auf performative, vor allem aber rituelle Aspekte dieser Gattung gelegt werden. Das Regelwerk selbst ist bereits rituell angelegt und bestimmt den Aufführungs-, d.h. Entstehungscharakter stark. Der Vortrag möchte vor diesem Hintergrund zum einen dem engen Zusammenhang mit zeitgenössischen religiösen Praktiken nachgehen, parallel dazu nach der ästhetischen Dimension von Ritualen fragen.

Zeit: Donnerstag, 16.10.2014, 18:30–20:00 Uhr
Ort: Oettingenstr. 67, Raum 169